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Eine Bearbeitung von Anna König.

Wir können nicht nur eine sondern mehrere Arten der Trauer durchleben, während wir mit einem Verlust umgehen.

Die Normale oder gewöhnliche Trauer 

Die intensiven Gefühle der Trauer nehmen mit der Zeit ab, bis wir eine „neue Normalität“ finden. Manche Menschen machen trotz der Trauergefühle mit ihrer normalen täglichen Routine weiter, so als wäre die Person nicht davon betroffen, jedoch der Schmerz, die Taubheit und andere Gefühle sind immer noch unter der scheinbaren Oberfläche vorhanden. Akute Trauergefühle treten in Schüben auf. Daher sind sie möglicherweise nicht für alle offensichtlich, es sei denn, sie sind rund um die Uhr mit der trauernden Person zusammen.

Die vorherige Trauer oder auch der vorzeitige Prozess des Abschied Nehmens 

Diese Art der Trauer ist am wenigsten bekannt und kann sehr umfangreich sein. Man empfindet Trauer, bevor der Verlust tatsächlich stattfindet. Man bereitet sich auf den Verlust vor, um sich in gewisser Weise selbst zu schützen und oder sich zu verabschieden. Zum Beispiel wenn man einen Menschen kennt, der an einer unheilbaren Krankheit leidet, kann die Emotion des Trauern sich einstellen, bevor die Person stirbt. Dabei kann sich das Gefühl der Erleichterung einstellen, wenn man einen Menschen leiden gesehen hat und dann beim Eintritt des Todes loslassen zu können. Manche Menschen fühlen sich dafür schuldig, wenn sie die Emotion der Erleichterung bei dem Tod eines Menschen verspüren. Die vorweggenommene Trauer bedeutet nicht, dass man die Hoffnung aufgegeben hat, vielmehr kann diese Art des Trauern als bewusster Prozess des Abschiednehmen verstanden und gelebt werden. Vielleicht sogar zum eigenen Schutz damit der bevorstehende Verlust nicht den Boden unter den Füßen wegreißt. Dies kann ebenso bei einem geplanten Umzug der Fall sein. Dass man sich von der bisherigen Heimat Stück für Stück bewusst verabschiedet.

Die Komplizierte Trauer 

Sie wird von einem kleinen Prozentsatz der Menschen erlebt. Der Schmerz des Verlustes ist so überwältigend, dass er sie tatsächlich am täglichen Leben hindert.Sie wird begleitet durch irrationale Gedanken, ständiges Grübeln und kann auch als Vermeidungsverhalten ausgedrückt werden.Obwohl seit dem Tod einer nahestehenden Person viel Zeit vergangen ist, bleibt eine große Sehnsucht und ein überwältigender Schmerz, ein großer Leidensdruck, der zu Identitätsverlust, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit führt. Eine große Einsamkeit und ein Gefühl der Surrealität entstehen. Das Vertrauen in das Leben existiert nicht mehr, die Zukunft findet nicht mehr statt. Das Leben ist leer und bedeutungslos geworden. Die Menschen ziehen sich zurück, sind antriebsschwach; im Extremfall werden soziale Kontakte vermieden oder sogar abgebrochen. Die Trauernden sind tief verzweifelt und emotional isoliert. Die Todesumstände werden in einer Endlosschleife immer wieder durchdacht. Hier können Schuldgefühle und Wut über den Verlust entstehen. Entweder beschäftigen sich die Trauernden intensiv mit der verstorbenen Person, oder es wird vermieden, sich zu erinnern, da der Kontrollverlust wieder zu Traurigkeit, Weinen und Niedergeschlagenheit führt.

Um dem Kontrollverlust entgegenzuwirken, versuchen sich die Trauernden abzulenken, was im Extremfall zu Hyperaktivität und zur totalen körperlichen Erschöpfung führt.Die Trauer wird immer wieder durch interne oder externe Auslöser reaktiviert. Diese Auslöser sind meist Erinnerungen, Orte, Gegenstände, Gerüche oder Situationen, die mit der verstorbenen Person in Verbindung gebracht werden. Dies können sowohl positive wie auch negative Dinge oder Erinnerungen sein. Kalendarische Daten wie der Todestag, Geburtstag, Feiertage oder der Hochzeitstag sind ebenfalls Trauerauslöser. Zu der psychischen Belastung kommen auch verschiedene körperliche Symptome wie totale Erschöpfung, Herz-Kreislauf Beschwerden („Broken Heart Syndrom“), ständige Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit oder Fressattacken, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Frieren usw. Die Sterblichkeit und Suizidrate sind bei Hinterbliebenen, die einen komplizierten Trauerverlauf haben, deutlich erhöht.

Die Verzögerte Trauer 

Die trauernden Gefühle treten nicht sofort auf, sondern werden mit der Zeit stärker. Dadurch wird es schwieriger mit dem Ereignis des Verlustes fertig zu werden. Zum Beispiel wenn gleichzeitig der Verlust eines geliebten Menschen mit dem Verlust der eigenen Gesundheit oder des Zuhauses, des Arbeitsplatzes, oder den Verlust des Freundeskreises verloren geht oder man bei einem Todesfall sich für ein Familienmitglied mit Fürsorge konzentrieren muss.

Die Verdrängte oder gehemmte Trauer 

Die Betroffenen vermeiden sich der Realität des Verlustes zu stellen. Womöglich richten sie ihre Aufmerksamkeit bewusst auf andere Dinge und lenken sich somit von der Trauer ab. Dies kann eine zuerst einmal eine notwendige Maßnahme sein, um das eigene Überleben zu sichern. Langfristig ist die aber keine Lösung, da das Verstecken der eigenen Gefühle in der Hoffnung, so den Schmerz nicht zu fühlen nicht funktioniert. Das Verdrängen oder bewusste abdämpfen der Trauer kann zu körperlicher und geistiger Erschöpfung führen. Körperliche Symptome verdrängter Trauer sind u.a. Verdauungsprobleme, Gewichtsschwankungen, Migräne, Zittern, Schwindel und Übelkeit. Depression und andere psychische Erkrankungen können durch verdrängte Trauer hervorgerufen werden.

Die „kein Recht“ (entrechtete) auf Trauer 

Hier wird von der Gesellschaft dem Betroffenen nicht das Recht und die Akzeptanz eingeräumt zu trauern und die Betroffenen erhalten wenig Unterstützung.  Vielmehr werden die Betroffenen dazu aufgerufen „sich nicht so anzustellen“ und besser die Situation positiv zu sehen. Dies kann den Druck auf die Trauernden noch erhöhen und den Leidensdruck noch verstärken. Dadurch besteht die Gefahr das die berechtigten trauernden Gefühle unterdrückt und verdrängt werden. So wird zum Beispiel der Verlust einer Person, die nicht zur Familie gehört oder den Verlust eines geliebten Haustiers oder der Verlust der eigenen Gesundheit, nicht verarbeitet.Die Betroffenen ziehen sich deshalb oft zurück, fühlen sich unfähig, nicht akzeptiert, schämen sich ihrer Gefühle und fühlen sich ausgegrenzt. Der Leidensdruck kann dadurch nicht verarbeitet werden und sich dadurch um ein Vielfaches erhöhen. Psychische Probleme bis hin zu Depression können die Folge sein.

Die Fehlende Trauer oder das sich verweigern 

Dies kann eine Extremform der verdrängten Trauer sein, da die Person ihre Gefühle nicht zum Ausdruck bringt und weitermacht, als wäre nichts passiert. Es ist eine extremere Form, bei der es um Verweigerung und Vermeidung geht. Das fehlende Gefühl zu trauern kann aber auch darauf hinweisen, dass die Betroffenen in einem Schockzustand sind oder noch nicht bereit dazu sind den Verlust zu akzeptieren. Sollte dieser Zustand den Betroffenen selbst Sorgen bereiten, weil sie diese Form bei sich selbst bemerken, so könnte es hilfreich sein sich bei einer Psychotherapie oder in einem Forum Hilfe zu holen.

Die überzogene Trauer 

Sie ähnelt der komplizierten Trauer. Die Trauer wird nicht besser, sondern intensiver und belastender. Dies könnte sein, wenn mehrere Verluste gleichzeitig auftreten oder innerhalb eines kurzen Zeitraums, sodass sich die Betroffenen unfähig fühlen sich allem auf einmal zu stellen und dadurch in eine Art Überlebensmodus wechseln indem sie aber nur für einen gewissen Zeitraum funktionieren. Wenn diese Art der Trauer nicht gelöst wird, kann dies zu Depressionen führen.

September 2022

 

 

 

 

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Zuhörer

Udo

Beruf: Therapeut

Beschreibung

Udo de Rath, geboren 1955 in Krefeld / Nordrhein-Westfalen, ist seit 1975 ein Deutscher Blues-, Pop- & Rockmusiker. Er hat an der „Europäischen Akademie für bio-psychosoziale Gesundheit und Kreativitätsförderung“ seine Weiterbildung in Integrativer Musiktherapie gemeistert. Sein Fachbuch „Rhythmik-Therapie“ wurde von Prof. Dr. Gerald Hüther und Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold 2015 sehr begrüßt.

Status:

Abwesend (nicht verfügbar)

Gabriele

Beruf: Personalrätin

Beschreibung

Tätig in einer großen Verwaltung (Ausbildung u. a. als Kauffrau für Bürokommunikation, Dipl. Kosmetikerin und Masseurin, Lebensberatung und psychosomatisches Coaching). Lebenserfahrung, was hat mich geprägt: Seit 2012 Personalrätin (Vertrauensperson für Kolleg*innen, Hilfe zur Neuorientierung, BEM-Verfahren u. a.) Durch persönliche Schicksalsschläge (20 Jahre alleinerziehend, mehrere suchtkranke in der Familie, Tod eines Kindes) habe ich selbst erlebt, wie wichtig es ist jemanden zum Reden zu haben. Freunde bezeichnen mich als „Stehauf-Frauchen“, weil aufzugeben für mich keine Option ist. Die Arbeit mit Menschen liegt mir sehr am Herzen, deswegen habe ich mich mit auribus verbunden. 

Status:

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